Projektdetails
Radikaler Bruch mit meiner Arbeit
Vor dreizehn Jahren legte ich die Malerei beiseite. Damals arbeitete ich mit einer Präzision, die sich der Fotografie annäherte. Irgendwann stellte sich für mich die grundlegende Frage: Welchen Erkenntnisgewinn besitzt ein gemaltes Bild, wenn es lediglich reproduziert, was eine Kamera bereits leisten kann?
In den darauffolgenden dreizehn Jahren widmete ich mich ausschließlich der Fotografie. Doch mit dem Aufkommen künstlicher Intelligenz hat sich dieses Medium grundlegend verändert. Heute lässt sich nahezu jede denkbare Fotografie algorithmisch erzeugen – vorausgesetzt, man formuliert den richtigen Prompt und bewegt sich innerhalb der Regeln des jeweiligen Systems.
Gerade diese Entwicklung führte mich zurück zur Malerei. Denn wo Bilder auf Knopfdruck entstehen, verliert die perfekte Illusion ihre Dringlichkeit. Die eigentliche künstlerische Qualität liegt nicht mehr in der makellosen Wiedergabe, sondern in der Unmittelbarkeit menschlicher Entscheidung, im Risiko, im Zweifel und in der sichtbaren Spur der Hand.
Deshalb habe ich meine Arbeitsweise radikal verändert. Ich strebe nicht länger nach fotografischer Exaktheit. Stattdessen arbeite ich schnell, intuitiv und skizzenhaft. Die Geste ist wichtiger geworden als die Perfektion, der Prozess bedeutsamer als das Ergebnis. Das Bild soll nicht Wirklichkeit imitieren, sondern den Moment seines Entstehens sichtbar machen.





